Kauf oder Leasing: E-Bike erwerben und dabei sparen

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Wer ein E-Bike über den Kauf erwirbt, kann das Rad sein eigen nennen. Die Kosten dafür sind jedoch hoch. Vor- und Nachteile müssen gegeneinander abgewägt werden, wenn die Entscheidung für Abo, Kauf oder Leasing getroffen wird.

Kauf oder Leasing? E-Bike erwerben und dabei sparen

Immer noch entscheiden sich Menschen für den Kauf eines Elektro-Bikes. Sie gehen in das Ladengeschäft und bezahlen den Kaufbetrag dort in bar oder mit der EC-Karte. Aber gibt es nicht auch andere Varianten? Was ist mit dem Leasing, das sogar über den Arbeitgeber möglich ist? Und kann ein E-Bike im Abo genutzt werden? Jede Variante hat ihre Vorteile, doch auch negative Seiten müssen bei der Entscheidung für oder gegen E-Bike-Kauf bzw. Leasing und Abo betrachtet werden.

Der Kauf: Das E-Bike wird direkt bezahlt

Bei dieser Variante des Erwerbs nimmt der Radfreund sein Geld, geht damit in das Ladengeschäft und nimmt sein Bike gegen Zahlung des kompletten Betrags mit. Alternativ wird im Onlineshop gekauft, das Prinzip ist dasselbe. Meist lassen sich die Händler dabei sogar noch auf einen Preisnachlass ein, was vom Autokauf bekannt ist. Wer hier als Käufer mit der kompletten Kaufsumme aufwartet, wird mit einem Rabatt belohnt.

Einer der größten Vorteile liegt sicherlich darin, dass das Rad direkt in das Eigentum des Käufers übergeht, es gibt keine spätere finanzielle Belastung durch die Zahlung von Raten oder gar Zinsen durch eine Finanzierung. Der Nachteil: Der Käufer muss den gesamten Betrag direkt zur Hand haben und in einer Summe bezahlen.

Wer sich für den Komplettkauf des E-Bikes entscheidet, kann aber auch den Weg über eine Finanzierung gehen. Als Kauf wird diese Methode dennoch bezeichnet, gleichzeitig kann das vielleicht zwei- oder dreitausend Euro teure Bike in mehreren Raten auf einige Monate verteilt bezahlt werden.

Der Vorteil: Pro Monat ist die finanzielle Belastung gering, die Anschaffung reißt kein großes Loch in die Haushaltskasse oder in das Ersparte. Allerdings muss die Ausgabe über einen festen Zeitraum eingeplant werden. Dies ist gleichzeitig der Nachteil, denn das Bike geht erst nach kompletter Bezahlung in das Eigentum des Käufers über.

Viele Händler bieten die Nullfinanzierung an, diese erscheint auf den ersten Blick lukrativ. Nicht bedacht wird dabei, dass der Kauf damit teurer wird, denn die nicht eingenommenen Zinsen werden meist beim Kaufpreis aufgeschlagen. Einige Händler oder Hersteller gewähren den Kauf per Finanzierung nicht auf alle Modelle, außerdem werden dann auch keine Rabatte geboten, wie sie bei der Barzahlung möglich sind.

Zudem kann es sein, dass die Nullfinanzierung nur für die ersten zwölf Monate der Finanzierung gilt, danach werden (oft hohe) Zinsen berechnet. Ingesamt wird der Kauf per Finanzierung mit Ausnahme einiger Sonderangebote meist teurer als die Bezahlung des Bikes in einer Summe.

Um das Bike per Finanzierung zu erwerben, muss der Kaufinteressent zudem einige Voraussetzungen mitbringen:

  • Volljährigkeit
  • Wohnsitz in Deutschland
  • ausreichende Bonität (kein negativer SCHUFA-Eintrag)
  • Nachweis des regelmäßigen Einkommens
  • evtl. Anzahlung

Tipp: Aktuell ist der Markt nicht gerade üppig. Die Nachfrage nach guten E-Bikes ist groß, die Menschen haben in der anhaltenden Corona-Krise den Spaß an der Bewegung in der Natur wieder entdeckt. Vielfach sicherlich als Ausweichmöglichkeit wegen geschlossener Fitnessstudios, häufig aber auch einfach aus dem Grund, dass Radfahren nun einmal wirklich Spaß macht und gesund ist.

Die Wartezeiten auf bestimmte Modelle können daher lang sein, viele Händler können aktuelle Kollektionen gar nicht ausliefern, weil die Hersteller mit den Lieferungen nicht mehr hinterherkommen. Das Angebot ist entsprechend gering, die Preise je nach Shop hoch.

Bei der Anschaffung eines E-Bikes sollte man gut nachdenken ob man sich für die Kauf oder Leasingvariante entscheiden sollte. ( Foto: Shutterstock-gorillaimages )

Leasing des Bikes

Eine andere Variante des Erwerbs ist das Leasing. Diese Möglichkeit kann von privaten Käufern genutzt werden, meist erfolgt das Fahrrad-Leasing über den Arbeitgeber. Dabei wird ähnlich vorgegangen wie bei einem Dienstwagen, der dem Angestellten zur Verfügung gestellt wird.

Es handelt sich um eine Entgeltumwandlung, die einen beiderseitigen Nutzen mit sich bringt. Der Arbeitgeber zieht die Leasingrate in jedem Monat vom zu zahlenden Bruttoentgelt des Arbeitnehmers ab. Der Vorteil für ihn: Auf den Ratenbetrag müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden. Ähnliche Vorteile genießt der Angestellte, denn sein Einkommen wird nun gemindert, was auch die zu zahlenden Steuern senkt. Jedoch muss auf der Steuererklärung der geldwerte Vorteil angegeben werden.

Ob sich dabei sparen lässt oder ob das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen nicht ausgeglichen ist, hängt zum einen von der persönlichen Steuerklasse des Arbeitnehmers, zum anderen vom Preis des Fahrrads ab.

Tipp: Arbeitnehmer können durch das Leasing einen weiteren Nachteil haben, denn sie sparen weniger Geld in der Renten- und Arbeitslosenversicherung an. Da diese Versicherungen prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet werden, sinken die Beiträge durch das verminderte Einkommen aufgrund des Leasings. Solche Nachteile sollten ebenfalls bedacht werden!

Jeder entscheidet sich anders. Der Eine mag lieber den Kauf der andere ist eher für Leasing. ( Foto: Shutterstock-moreimages )

Jeder entscheidet sich anders. Der Eine mag lieber den Kauf der andere ist eher für Leasing. ( Foto: Shutterstock-moreimages )

Statt Kauf oder Leasing: E-Bike als Abo möglich?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wird ein Bike über ein Abo statt über Kauf oder Leasing erworben, kann es solange genutzt werden, wie es auch benötigt wird. Wer es nicht mehr braucht, kündigt das Bike einfach ähnlich wie bei einer Zeitschrift oder Zeitung.
Das Abo funktioniert ganz einfach: Die Mietdauer wird festgelegt, wobei zwischen verschiedenen Zeiträumen gewählt werden kann. Meist stehen drei, sechs oder zwölf Monate zur Auswahl.

Der Vertragspartner stellt das Bike zur Verfügung, der Abonnent kann es nutzen und zahlt das vereinbarte Entgelt. Sicherlich lässt sich hier gegenüber dem Kauf oder Leasing kein Geld sparen, doch die Kosten stehen nicht im Fokus. Viel wichtiger ist, dass diese Variante für alle die geeignet ist, die das E-Bike nur für einen gewissen Zeitraum nutzen wollen und sich danach nicht mit dem Verkauf befassen möchten. Auch Unentschlossene profitieren von der Möglichkeit des Abos, denn sie können ein Bike ausprobieren (oder auch verschiedene Bikes testen) und so herausfinden, welche Variante ihnen am besten gefällt.

Das Abo kann auch nur für einen gewissen Zeitraum im Jahr genutzt werden. Wer beispielsweise im Winter keine Möglichkeit der Unterbringung für das E-Bike hat und auch in dieser Jahreszeit gar nicht damit unterwegs sein würde, abonniert es lediglich in den Sommermonaten und gibt es dann wieder zurück. Aber: Je länger das Abo besteht, desto günstiger wird in der Regel die Miete. Das heißt, dass kurzzeitige Verträge mit höheren Raten einhergehen.

Ein gebrauchtes E-Bike wäre eine zusätzliche Möglichkeit sich ein Fahrrad anzuschaffen. (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov)

Ein gebrauchtes E-Bike wäre eine zusätzliche Möglichkeit sich ein Fahrrad anzuschaffen. (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov)

Statt Leasing und Co: Gebrauchtes E-Bike nutzen

Wer erst einmal in die Welt der E-Bikes hineinschnuppern möchte, muss nicht gleich ein solches Rad kaufen oder abonnieren. Zumindest muss es kein neues Bike sein, denn der Markt füllt sich mittlerweile auch mit guten Gebrauchten. Liegen noch gar keine Erfahrungen vor, ist es sinnvoll, sich an E-Bike Tests zu orientieren und möglichst verschiedene Bewertungsportale anzusehen. Ebenfalls sollte bedacht werden, dass ältere gebrauchte Modelle in Bezug auf die Performance nicht mit den neuen Bikes mithalten können.

Wer also große Erwartungen an das künftig eigene E-Bike hat, wird auf dem Gebrauchtmarkt nur mit sehr viel Glück fündig. Ein Vorteil der gebrauchten Räder liegt in dem geringen Wertverlust: Ähnlich wie bei Neuwagen, die nach einem Jahr schon nur noch halb so viel wert sind, sinkt auch der Wert eines guten Elektrofahrrads rasch.

Wird es hingegen als gebrauchtes Bike verkauft, ist der Wertverlust geringer und soll es wieder verkauft werden, ist dies ohne große Verluste möglich. Allerdings sind auch versteckte Mängel möglich und jeder Interessent sollte sich die Frage stellen, warum ausgerechnet dieses angeblich noch so gute Bike verkauft werden soll. Beim Privatkauf muss zudem an die Gewährleistung gedacht werden, die sich bei einem Neukauf beim Händler als durchaus kundenfreundlicher präsentiert.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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