Radfahren: 5 Tipps fürs richtige Rad fahren!

Radfahren ist gesund für die Gelenke und die Muskeln, hilft dabei, sich wohlzufühlen und stärkt das Herz- und Kreislauf-System. Allerdings ist es wichtig, dass Sie auch richtig Rad fahren. Das beginnt bereits bei der Auswahl des Fahrrads und reicht bis hin zur Technik. Hier gibt es die wichtigsten Tipps.

Darum ist Radfahren eine gute Idee

Wussten Sie, dass schon 75 % der Menschen in Deutschland ein Fahrrad haben? Radfahren gehört zu den beliebtesten Sportarten. Es vereint zahlreiche Vorteile. So profitieren Sie davon, dass Sie mit dem Fahrrad verschiedene Orte erreichen können. Gleichzeitig trainieren Sie Ihren ganzen Körper und tun etwas für Ihr Herz.

Möchten Sie ein paar Kilo verlieren, ist es ebenfalls eine gute Idee, auf das Rad zu steigen. Durch die Anregung des Stoffwechsels wird mehr Fett verbrannt. Gerade für ältere Menschen ist es gut zu wissen, dass beim Radfahren die Gelenke geschont werden. Während Joggen die Gelenke belasten kann, werden diese auf dem Rad entlastet. Grund ist, dass das Gewicht Ihres Körpers durch das Fahrrad getragen wird.

Radfahren funktioniert nur dann, wenn Sie das richtige Rad haben.   ( Foto: Shutterstock-  Iakov Filimonov )

Radfahren funktioniert nur dann, wenn Sie das richtige Rad haben. ( Foto: Shutterstock- Iakov Filimonov )

5 Tipps zum richtigen Rad fahren

Damit Sie sich auf dem Rad wohlfühlen und Ihren Körper richtig unterstützen können, finden Sie nachfolgend fünf praktische Tipps.

  • Die Suche nach dem richtigen Rad

    Radfahren funktioniert nur dann, wenn Sie das richtige Rad haben. Das beginnt bereits bei der Rahmengröße. Es gibt einige Richtwerte, an denen Sie sich orientieren können.

    Damit Sie eine ungefähre Orientierung haben, finden Sie nachstehend eine Tabelle:

    Ihre Körpergröße Empfohlene Rahmengröße
    bis 165 cm Bis 50 cm
    Bis 170 cm Bis 52 cm
    Bis 175 cm Bis 55 cm
    Bis 180 cm Bis 58 cm
    Bis 185 cm Bis 61 cm
    Bis 190 cm Bis 63 cm
    Bis 195 cm Bis 66 cm
    Bis 200 cm Ab 66 cm

    Bei der Rahmengröße kommt es auch darauf an, was für ein Fahrrad Sie kaufen möchten. Eine individuelle Beratung kann dafür sorgen, dass Sie das passende Modell für sich finden.

    Grundsätzlich wird die Rahmengröße ermittelt, indem Sie Ihre Schritthöhe nehmen und mit 0,66 multiplizieren.

    Auch der Sattel spielt eine Rolle. Grundsätzlich zeigt sich beim Radfahren, dass der Sattel erst eingesessen werden muss. Das heißt, selbst wenn Sie einen für sich guten Sattel gefunden haben, kann dieser bei den ersten Touren noch Schmerzen verursachen. Trainieren Sie ein wenig und Sie werden merken, dass es besser wird.

  • Die korrekte Sitzhaltung

    Wichtig ist es darauf zu achten, dass der Sattel eine waagerechte Position einnimmt. Der Rücken ist dann auf dem Rad eher gerade, die Arme sollten nicht zu sehr durchgestreckt, aber nicht zu gerade sein. Der Vorderfuß liegt dann auf die Pedale auf. So können Sie optimal treten und das Fahrrad in einer angenehmen Position bewegen.

    Richtig Radfahren hängt unter anderem mit der korrekten Sitzhaltung zusammen. Dafür ist es notwendig, dass das Fahrrad auch wirklich an die Körpergröße angepasst wird. Viele Anbieter stellen die Option zur Verfügung, das Fahrrad anpassen zu lassen. Mit dem richtig angepassten Fahrrad werden Sie die passende Sitzhaltung automatisch einnehmen.

    Ideal ist eine gestreckte Sitzhaltung, wenn Sie vor allem längere Touren fahren. Diese sorgt dafür, dass sich die Kraft besser übertragen lässt. Auch der Luftwiderstand, den Sie beim Radfahren bemerken, wird verringert. Dies kann dafür sorgen, dass Sie sonst verkrampfen und Rückenschmerzen entstehen. Bei einer gestreckten Sitzhaltung ist die Wahrscheinlichkeit geringer.

    Richtig Radfahren hängt unter anderem mit der korrekten Sitzhaltung zusammen. Dafür ist es notwendig, dass das Fahrrad auch wirklich an die Körpergröße angepasst wird.  ( Foto: Shutterstock- kozirsky )

    Richtig Radfahren hängt unter anderem mit der korrekten Sitzhaltung zusammen. Dafür ist es notwendig, dass das Fahrrad auch wirklich an die Körpergröße angepasst wird. ( Foto: Shutterstock- kozirsky )

  • Korrekt schalten und bremsen

    Einen ebenso wichtigen Faktor stellt die korrekte Schaltung dar. Heute sind die meisten Fahrräder mit einer Schaltung ausgestattet. Daher ist es wichtig, diese auch richtig zu nutzen. Die Kettenschaltung ist so konzipiert, dass sie bei einem Gangwechsel von einem Zahnrad zum nächsten springt. Daher muss hier mit etwas mehr Druck gearbeitet werden.

    Wenn der Gang jedoch gewechselt wird, ist es notwendig, weiter in die Pedale zu treten. Dies wird häufig falsch gemacht. Das Problem ist dann, dass die Schaltung nicht funktioniert. Wird dann wieder getreten, springt das Rad ein wenig und es kann zu Unfällen kommen. Zusätzlich dazu steigt der Verschleiß der einzelnen Teile an.

    Bei der Nabenschaltung sieht es anders aus. Hier wird der Gang nicht über ein Zahnrad gewechselt, sondern über die Hinterradnabe. Damit der Schaltvorgang optimal ausgeführt werden kann, muss beim Schalten mit dem Treten etwas ausgesetzt werden.

    Neben der Schaltung ist das Bremsen ein weiteres Thema. Natürlich ist es optimal, wenn vor jeder Fahrt die Bremsen geprüft werden. Das ist jedoch meistens nicht umsetzbar. Das heißt, Sie sollten die Bremsen in regelmäßigen Abständen warten lassen. Vor und nach jeder Saison ist schon einmal ein guter Hinweis. Beim Bremsen selbst ist darauf zu achten, dass Sie vorausschauend agieren.

    Empfehlenswert ist es, die Bremsen gleichzeitig zu bedienen. Das ist gerade dann von Vorteil, wenn Sie das Rad noch nicht richtig kennen oder noch nicht so viel Erfahrung mit dem Radfahren haben. Nach und nach können Sie sich angewöhnen, die Bremskraft zu verteilen. Sie können darauf achten, dass Sie die Bremskraft mehr nach vorne und weniger nach hinten verlagern. Die optimale Aufteilung ist 2/3 für vorne und 1/3 für den hinteren Bereich.

    Generell sollten Sie die Strecken für Ihre Fahrten immer so aussuchen, dass Sie zu Ihrem aktuellen Fitness-Stand passen.  (Foto: Shutterstock- gorillaimages)

    Generell sollten Sie die Strecken für Ihre Fahrten immer so aussuchen, dass Sie zu Ihrem aktuellen Fitness-Stand passen. (Foto: Shutterstock- gorillaimages)

  • Freundlich und rücksichtsvoll fahren

    Richtiges Radfahren ist nicht nur eine Frage der Technik. Als Teilnehmer im Straßenverkehr sollten Sie darauf achten, Rücksicht auf die anderen Fahrer zu nehmen. Neben dem Aspekt der Freundlichkeit, geht es vor allem auch darum, dass Sie auch auf sich selbst achten. Denn nicht jeder nimmt Rücksicht. Machen Sie es jedoch, dann können Sie schneller reagieren, wenn es zu Problemen kommt.

    Natürlich haben Sie Rechte auf der Straße und diese können Sie auch durchsetzen. Allerdings ist es nicht immer gut, sich auf sein Recht zu verlassen. Weisen Sie andere Verkehrsteilnehmer freundlich darauf hin, dass Sie gerade Vorfahrt haben. Verzichten Sie auf aggressives Rufen oder das Durchsetzen Ihres Rechts. Sie fahren so deutlich entspannter und können die Fahrt mehr genießen.

  • Wählen Sie die passenden Strecken aus

    Generell sollten Sie die Strecken für Ihre Fahrten immer so aussuchen, dass Sie zu Ihrem aktuellen Fitness-Stand passen. Schätzen Sie sich hier selbst richtig ein. Überschätzung führt dazu, dass Sie die Strecke nicht schaffen und sich möglicherweise sogar in Gefahr bringen.

    Soll es eine längere Tour werden, können Sie die Tourenplanung schon in aller Ruhe angehen. Nehmen Sie eine Karte zur Hand und informieren Sie sich auch online darüber, welche Schwierigkeiten Sie auf der Strecke erwarten könnten.

    Achten Sie auf die Jahreszeit. Im Herbst oder auch im Winter sind die Straßen oft etwas nasser und es besteht die Gefahr, dass Sie möglicherweise ausrutschen. Im Sommer werden die hohen Temperaturen häufig unterschätzt. Nehmen Sie ausreichend Getränke mit und legen Sie Pausen ein. Allein diese Faktoren sorgen dafür, dass Sie sich auf das Radfahren konzentrieren können.

Als Teilnehmer im Straßenverkehr sollten Sie darauf achten, Rücksicht auf die anderen Fahrer zu nehmen.  ( Foto: Shutterstock-  Josep Suria )

Als Teilnehmer im Straßenverkehr sollten Sie darauf achten, Rücksicht auf die anderen Fahrer zu nehmen. ( Foto: Shutterstock- Josep Suria )

Die Auswahl der richtigen Kleidung: ein wichtiger Punkt bei den Fahrten

Fahren Sie natürlich nur zur Arbeit, spielt die Kleidung keine so große Rolle. Allerdings ist es grundsätzlich zu empfehlen, einen großen Wert darauf zu legen, richtig ausgestattet zu sein.

Achten Sie auf die folgenden Punkte:

  • Helm

    Auf einen Helm sollte nicht verzichtet werden. Auch die kürzeste Strecke beinhaltet die Gefahr, dass Sie stürzen. Der Helm schützt Ihren Kopf und kann Schlimmstes verhindern. Hier ist es jedoch wichtig, dass dieser auch optimal sitzt. Als hilfreich haben sich Helme erwiesen, die Sie in der Größe anpassen können.

    Dies hat den Vorteil, dass der Helm besser an Ihren Kopf angepasst werden kann. Durch ein Rad an der Rückseite wird die Größe verändert. Bei der Form kommt es auf Ihren persönlichen Geschmack an. Eine Beratung vor Ort kann hilfreich sein. Kennen Sie Ihre Größe, können Sie den Helm auch in dieser Größe kaufen.

    Tipp: Herausnehmbare Schoner im Helm lassen sich besser reinigen. Gerade wenn Sie sehr viel mit dem Rad fahren, sollten diese zu reinigen sein.

  • Hose

    Radfahren mit einer normalen Hose ist möglich, kann allerdings auch recht schmerzhaft sein. Bei längeren Touren ist es daher praktisch, wenn Sie eine spezielle Radlerhose tragen. Beim Radfahren sorgen diese Hosen für einen hohen Komfort. Die Hosen sind gepolstert und zwar in dem Bereich, in dem sich die Sitzfläche befindet. Auch Unterwäsche mit Polstern wird teilweise angeboten. Hier sollten Sie ausprobieren, was Ihnen einen besonders hohen Komfort bietet.

  • Sichtbarkeit

    Die Sichtbarkeit ist beim Radfahren ein wichtiges Thema. Gerade in der Dämmerung sind Sie schlechter zu sehen. Daher liegt die Verantwortung bei Ihnen, sich für Kleidung zu entscheiden, die Ihre Sichtbarkeit erhöht. Die Kleidung sollte möglichst bunt und auch reflektierend sein. Warnwesten sind eine gute Lösung. Allerdings kann es sein, dass diese nicht eng genug am Körper sitzen und Sie beim Fahren einschränken. Spezielle Radkleidung mit Reflektoren kann für das Radfahren besser sein.

  • Atmungsaktive Oberbekleidung

    Generell ist es praktisch, wenn die von Ihnen ausgewählte Oberbekleidung möglichst atmungsaktiv ist. Hier gibt es spezielle Ausführungen, die über Kunstfasern verfügen. Zusätzlich dazu können Sie auf einen Wind- und Regenschutz achten. Dadurch sind Sie für alle Wetterlagen gut ausgerüstet und beim Radfahren optimal geschützt.

Video: Tipps für GESUNDES Fahrrad fahren | SAT.1 Frühstücksfernsehen

Fazit: Richtig Radfahren braucht auch seine Zeit

Radfahren scheint so einfach zu sein, allerdings ist es tatsächlich eine Herausforderung, den Sport oder auch die Freizeitgestaltung korrekt durchzuführen. Nur, weil ein Fahrrad vorhanden ist und Sie mit diesem Fahren können, ist dies noch kein richtiges Radfahren.

Stattdessen ist es von Vorteil, wenn Sie sich Zeit nehmen und sich mit Ihrem Fahrrad beschäftigen. Lernen Sie es kennen und passen Sie es an Ihren Körper an. Das kann auch schon einmal etwas dauern, da Sie erst bei den Fahrten bemerken, ob das Fahrrad für Sie bequem ist.

Neben dem Fahren selbst, kommt es auch auf Ihre Ausstattung und auf Ihr Fahrverhalten an. Richtiges Radfahren ist ein Prozess, der mit der Zeit erlernt wird. Dafür sollten Sie auch ausreichend Raum einplanen.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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